Dorfleben, Sonstiges

Dem Waldemar sein „Schoh“

Josef Bartz

In den Jahren nach dem 2. Weltkrieg, als es wenig zu reißen und noch weniger zu beißen gab, fehlte es vor allem an Schuhwerk aller Art. Ganz besonders war ein Mangel an Sportschuhen zu verzeichnen,– denn wer konnte sich in dieser Zeit schon besondere Sportschuhe leisten? Da aber „dee Gummi“, Josef Israel aus dem „Jässje“ (heute „Von Oppenheimstraße“), im Jahre 1952 in der 1. Mannschaft Handball spielen sollte, jedoch keine Schuhe hatte, ging Reinhold Häfner, genannt „dee Häfne“, auf die Suche. Beim Waldemar Dausner wurde er fündig und versprach, die Schuhe nach dem Spiel sofort wieder zurückzubringen. Gesagt – getan, „dee Gummi“ spielte mit Waldemars Schuhen Handball. Wie das Spiel ausging, ist nicht mehr zu ergründen. Dubios ging es aber anschießend mit Waldemars Schuhen zu: Plötzlich waren die Sportschuhe weg! Weder Reinhold, noch „dee Gummi“, der sie an Reinhold zurückgegeben hatte, wussten plötzlich etwas über den Verbleib der Sportschuhe. Sie blieben einfach verschwunden. In dieser schlechten Zeit war dies für einen jungen Mann ein riesiger Verlust und mit nichts mehr gutzumachen. Waldemar wartet noch heute auf die ausgeliehenen Sportschuhe von damals.

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